Als Vlies bezeichnet man die gesamte, zusammenhängende Wolldecke eines Schafs, wie sie bei der Schur in einem Stück vom Tier abgenommen wird. Der Begriff meint also nicht einzelne Wollfasern, sondern das komplette „Wollkleid“ eines Tieres.
Ein gutes Vlies zeigt eine gleichmäßige Faserlänge und -stärke über die ganze Fläche – Unterschiede zwischen Rücken, Flanken und Bauch sind normal, sollten aber nicht zu groß ausfallen, wenn das Vlies für hochwertige Verarbeitung genutzt werden soll. Nach der Schur wird das Vlies traditionell aufgerollt oder gebündelt, grob sortiert und von groben Verunreinigungen befreit, bevor es gewaschen und weiterverarbeitet wird.
Das Gewicht eines Vlieses schwankt stark nach Rasse und Schurintervall – von unter einem Kilogramm bei wollarmen Rassen bis zu mehreren Kilogramm bei klassischen Wollschafen wie dem Merinolandschaf.